„Freundschaft ist Ausdruck tiefer Verbundenheit“
Nottuln. Für Marion und Thomas Hülsken war der dreitägige Besuch in Nottulns Partnerstadt Saint- Amand-Montrond nicht nur einfach der Hauptgewinn des Kneipen-Quiz, welches das Städtepartnerschaftskomitee am 22. Januar zum ersten Mal überhaupt veranstaltete, sondern es war gleichzeitig eine Premiere für die beiden Nottulner:innen. Sie waren noch nie zuvor in Saint Amand-Montrond und sind ganz begeistert von ihrem Aufenthalt und von der Gastfreundschaft der St. Amandois: Thomas und Marion Hülsken wurden herzlich in ihre Reihen aufgenommen und hatten während des Weinfestes ihren festen Platz an den langen Tischen, die extra für das Städtepartnerschaftskomitee und seine Gäste reserviert worden sind. Ein sonntäglicher Ausflug in die nähere Umgebung des 10 000 Einwohner:innen-Städtchens im Berry rundete den gelungenen Aufenthalt für die beiden Neulinge in Sachen deutsch-französischer Städtepartnerschaft ab. Geführt wurde der Ausflug übrigens vom Komitee-Vorsitzender Günter Dieker, der diese Aufgabe nur zu gerne übernahm. Schließlich kennt er SAM, wie der lange Name gerne auch mal abgekürzt wird, seit vielen Jahren mindestens genauso so gut wie seine eigene Westentasche.
„Diese drei Tage sind eine echte Bereicherung“, sagen Marion und Thomas Hülsken, „und es ist bestimmt nicht unser letzter Besuch in Saint Amand-Montrond gewesen.“
Auch für die anderen Gäste aus Nottuln, die am vergangenen Wochenende nach Saint-Amand-Montrond gefahren sind, waren es wieder einmal sehr schöne Tage. Wie das eben so ist, wenn man Freunde und Freundinnen besucht, die man schon länger nicht gesehen hat: Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten groß.
Neben den Vertreter:innen des Städtepartnerschaftskomitees und seinen Gästen war ebenfalls eine offizielle Delegation der Gemeindeverwaltung Nottuln mit Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes an der Spitze in die geografische Mitte Frankreichs gereist. Mit dabei waren neben dem Gemeindearchivar und Tourismus-Experte Christian Wermert, der die Partnerschaft seit langer Zeit begleitet, zum ersten Mal Gemeindeoberrechtsrat Stefan Kohaus, Julia Breuksch, Leiterin des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt, und Nicole Wortmann, Leiterin des Fachbereichs Ordnungswesen/Standesamt. Und auch sie fuhren mit vielen positiven Eindrücken am Montagmorgen wieder nach Hause zurück. Beeindruckt von der über 40 Jahre alten Freundschaft zwischen Nottuln und SAM – dieses besondere Jubiläum wurde im vergangenen Jahr groß gefeiert – und dankbar dafür, dass sie am Samstagmorgen einen Blick in die Stadtverwaltung von Saint-Amand-Montrond werfen konnten und einiges über die französische Verwaltungsstruktur erfahren durften.
Saint-Amand-Montrond hat zwar rund 10 000 Einwohnerinnen und Einwohner weniger als Nottuln, dafür aber hat das Rathaus, welches in einem alten Kloster residiert, rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und Bürgermeister Emmanuel Riotte hat nicht nur zwei Stellvertreter:innen wie Dietmar Thönnes in Nottuln, sondern gleich acht, von denen jeder einen eigenen Fachbereich betreut.
Die 77. Foire aux vins in Saint- Amand-Montrond, an der in diesem Jahr 51 Winzer:innen aus ganz Frankreich teilnahmen und deren Schwerpunkt auf der Chinon-Region im Loire-Tal lag, öffnete nicht nur einfach so am Samstagvormittag ihre Pforten. Sie wurde feierlich und ganz offiziell mit dem Zerschneiden eines Bandes eröffnet. Diese Ehre hatte in diesem Jahr Valentine Petit, die Miss Centre Val de Loire 2025. Sie zerschnitt zusammen mit Bürgermeister Riotte das Band in den Farben der Tricolore – begleitet von Fanfarenklängen der Chevaliers Gustateurs du Cœur de France. In seiner anschließenden Rede hob Emmanuel Riotte die große Bedeutung der Freundschaften hervor, die SAM nicht nur mit Nottuln pflegt, sondern auch mit dem polnischen Otwock und dem italienischen Penne. Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes betonte anschließend in seiner auf Französisch gehaltenen Ansprache, die enge Freundschaft zwischen Saint-Amand-Montrond und Nottuln: „Sie ist (…) Ausdruck einer tiefen Verbundenheit, die vor allem auf den gemeinsamen europäischen Wurzeln beruht. Die Werte Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die für eure Nation eine besondere Bedeutung haben, sind auch das Fundament unserer deutschen Demokratie“, betonte der Verwaltungschef. Es sei kalt geworden in Europa – trotz eines politisch aufgeheizten Klimas, so Thönnes und appellierte: „Wir müssen als europäische Freunde fest zusammenstehen, um die Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Nicht aus Angst, sondern aus tiefster Überzeugung.“


